Die Kulturstiftung des Bundes unterstützt uns!

Wir tanzen vor Freude auf den Tischen und kommen aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Soeben hat die Kulturstiftung des Bundes die Förderung zum Theaterprojekt „Cohn Bucky Levy – Der Verlust“ zugesagt. Damit ist der größte Teil der Projektfinanzierung gesichert. Wir freuen uns, dass unser Projekt auf Zustimmung trifft, unser Anliegen verstanden und für gut befunden wurde. Die lange Planung hat sich gelohnt, das Zittern hat ein Ende. Nun heißt es hoffen, dass auch die Stiftung EVZ ihre Förderung bewilligt.

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Erste Dienstreise zum Theaterstück

Mo, 13. Juni 2016

Wir befinden uns auf dem Weg nach Israel. In Jerusalem und Tel Aviv werden wir Künstlerkollegen treffen, die sich mit uns dafür interessieren ein Stück gemeinsamer Geschichte zu bearbeiten. Wir wollen dabei eine eigene Ästhetik entwickeln, die aus der Begegnung resultiert. Mit dabei ist Mona Becker, Autorin und Doktorantin für Drama, die aus England zu uns stößt.
Morgen und am Mittwoch sind wir zuerst in Jerusalem und dann auch in Tel Aviv. Ein wenig kenne ich das Land von Erfahrungen mit dem Then Quartett, dieser wundervollen Truppe, die musikalisch und literarisch Maßstäbe setzte…..

Di, 14. Juni 2016

Tag 1 in Israel: Der Flug verlief reibungslos, in der Mittagshitze kommen wir am lichtdurchfluteten Flughafen an und nehmen ein Sammeltaxi nach Jerusalem – zusammen mit Touristen und orthodoxen Juden mit langen Schläfenlocken. Das Hotel ist einfach, aber charmant, mitten in der Stadt gelegen.
Ein erster kleiner Spaziergang lässt uns die Stadt etwas kennenlernen, deren Geschichte uns an jedem Haus, deren Einwohner unterschiedlicher Religionen und Konfessionen uns in jeder Straße begegnen.
Eindrücklich auch die erste Begegnung mit Gabriella Lev, künstlerische Leiterin der Theatre Company Jerusalem – eine starke, kluge, interessante Frau, mit der wir schnell ins Gespräch und auf die essenziellen Fragen kommen: Was bedeutet es, Jude zu sein? Wie kann eine Kooperation mit Deutschen und Israelis, jüdischen, muslimischen, christlichen und atheistischen Künstlern aussehen? Was sind aktuelle Probleme und Fragestellungen Israels, Deutschlands und der Welt? Welcher Formen kann sich Theater bedienen, um diese Fragen zu bearbeiten?
Den intensiven Tag lassen wir bei milden Temperaturen, mit Ouzo und genialer Jazz-Livemusik ausklingen. Wir sind gespannt, was der morgige Tag bringt, an dem wir die Gespräche mit der Theatre Company Jerusalem weiterführen werden. B.S. und S.H.

 

 

Mi, 15. Juni 2016

Tag 2 in Israel: Auf der Dachterrasse unseres Hotels lassen wir bei einem einfachen Frühstück den vergangenen Tag revue passieren. Danach machen wir uns auf zu einem ausgiebigen Spaziergang in die Old City: Die Stadt ist heiß und weiß. Die Gebäude strahlen hell im Sonnenlicht. Später wird uns die Schauspielerin Adiana erklären, dass es der typische, helle „Jerusalemer Stein“ ist, aus dem die meisten Gebäude hier gebaut sind. In der Altstadt angekommen tauchen wir ein in das jüdische Jerusalem. Die Atmosphäre an der Klagemauer ist beeindruckend. Andächtig sind Menschen allen Alters in ihre Gebete vertieft, legen den Kopf oder die Hand an die heilige Mauer, rezitieren, wippen mit dem Oberkörper, weinen und lassen zum Abschluss ihre aufgeschriebenen Gedanken in den Ritzen der Mauer zurück. Männer und Frauen beten getrennt, den Damen wurde nur in etwa ein Drittel der Klagemauer zugesprochen.
Ein langer und schöner Weg mit Blick über das neue Jerusalem führt uns zum Theater der Jerusalem Theatre Company (TCJ). Dort können wir einer Probe von Gabriella Levs neuer Produktion beiwohnen – ein Stück bestehend aus drei Monologen von Betroffenen, deren Verwandte unter geistigen Behinderungen leiden. Danach sind wir zum Gespräch mit Gabriella Lev und der kaufmännischen Geschäftsführerin der TCJ, Osnat Gispan, geladen und wir erörtern weiter, wie die Kooperation aussehen könnte. Die Vorstellungstermine müssen auf den Shabbat Rücksicht nehmen – wir müssen noch genauer schauen, was das für den Beginn der Vorstellungen bedeutet.
Danach nimmt uns eine Schauspielerin der Company, Adiana, mit auf eine kleine Tour durch das Künstlerviertel Jerusalems, über den heimischen Markt und erzählt uns dabei von ihrem Alltag in Israel. Sie setzt uns in einem kleine Restaurant ab, wo wir heimische Küche genießen können.
Abends sind wir erneut im TCJ und schauen uns das Stück „Ben and Sarah“ an, das Gabriella Lev inszeniert hat. Es geht um eine nicht praktizierende Jüdin, die mit sich hadert, einen Mann zu heiraten, der mit der Religion gar nichts am Hut hat – plötzlich entsinnt sie sich ihrer jüdischen Wurzeln. Es spielt eine kleine Liveband und choreographische Einlagen machen den Abend interessant.
Den Tag lassen wir wieder in unserer Bar ausklingen – heute spielt keine Jazzband, sondern eine Dreiercombo modern Folk. Morgen geht es zum ersten Mal nach Tel Aviv.